Verkehrstipp der Woche #22 – Die richtige Ladungssicherung

Die richtige Ladungssicherung

Wenn die Führerscheinprüfung schon etwas länger her ist, stellt sich immer wieder die Frage, wie die eine oder andere Regelung im Straßenverkehr lautet. Deshalb klärt das Team der Fahrschule Eggerl an dieser Stelle wöchentlich über Verkehrsregeln und –Mythen auf. Heute geht es um die richtige Ladungssicherung im PKW.

Gerade jetzt in der Urlaubszeit wird das Thema Ladungssicherung im Auto brisant. Koffer, Taschen und allerlei andere Ladung stapeln sich im Auto und müssen sicher verstaut werden. Die StVO macht dazu klare Vorgaben:

„Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.“ (StVO §22 Abs. 1)

Wie wichtig die richtige Beladung ist, wird deutlich, wenn man sich die Kraft vergegenwärtigt, die verschiedene Gegenstände bei einer Vollbremsung entwickeln. Ein 200g schweres Smartphone beispielsweise wirkt bei einem Aufprall mit dem bis zu 50-fachen seiner Masse, also 10 kg. Eine Getränkekiste oder ein Koffer mit einem Gewicht von 18kg entwickelt bei einem solchen Aufprall eine Massenkraft von fast einer Tonne. Auch vermeintlich harmlose Gegenstände wie Wasserflaschen können also bei einem Unfall zu gefährlichen Geschossen werden. Deshalb gilt der Grundsatz, dass sich immer möglichst wenig lose Teile im Innenraum des Fahrzeugs befinden und besser im Handschuhfach u.ä. verstaut werden sollten. Vor allem schwere Gegenstände sollten niemals auf dem Rücksitz, sondern stets im Kofferraum transportiert werden. Auch dort sollten sie nach Möglichkeit zusätzlich gesichert sein. Dies kann zum einen durch Formschluss („Tetrisprinzip“) geschehen. Das heißt, dass alle Gegenstände ohne Zwischenräume aneinandergestellt werden. Zum anderen sind auch in vielen Autos Haken vorhanden, an denen Gurte befestigt werden können. Da auch Hunde und andere Tiere als Ladung gelten und damit gesichert sein müssen, sollten für ihren Transport spezielle Boxen oder Laderaumgitter benutzt werden. Verstöße gegen korrekte Ladungssicherung können auch im PKW mit einem Bußgeld und Punkteeintragungen im Fahreignungsregister in Flensburg geahndet werden. Wichtig: auch die Sicht darf durch die Ladung nicht beeinträchtigt sein, wie aus der StVO hervorgeht:

„Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden. Wer ein Fahrzeug führt, hat zudem dafür zu sorgen, dass das Fahrzeug, der Zug, das Gespann sowie die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind und dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung oder die Besetzung nicht leidet.“ (StVO §23 Abs. 1)

Unser Tipp: sorgen Sie vor Fahrtantritt immer für eine sichere Beladung Ihres Fahrzeugs. Dies schützt im Falle eines Unfalls nicht nur Sie und Ihre Mitfahrer vor unnötigen, aber leider oft schweren Verletzungen, sondern spart im Zweifel auch Ärger mit der Polizei.

Ein besonders kurioser Fall von Überladung wurde erst in dieser Woche auf der A9 bei Hof festgehalten:

 

 

 

 

 

Bildquelle und Artikel: https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/a9-bei-hof-nicht-so-smart-bepackter-kleinwagen-gestoppt-a-1279703.html

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