Verkehrstipp der Woche #7 – Unfallflucht

Unfallflucht

Wenn die Führerscheinprüfung schon etwas länger her ist, stellt sich immer wieder die Frage, wie die eine oder andere Regelung im Straßenverkehr lautet. Deshalb klärt das Team der Fahrschule Eggerl an dieser Stelle ab jetzt wöchentlich über Verkehrsregeln und –Mythen auf. Heute geht es um ein Thema, mit dem leider auch viele Wasserburger konfrontiert sind: die Unfallflucht.

Grundsätzlich müssen sich nach einem Unfall alle Beteiligte als solche zu erkennen geben solange am Unfallort bleiben, bis alle wichtigen Angaben gemacht sind – dazu gehören Angaben zur Person, zum Unfallhergang und zur Haftpflichtversicherung. Bei reinen Blechschäden können die Unfallbeteiligten diese Daten selbst austauschen. Zu empfehlen ist dafür beispielsweise die Benutzung eines sogenannten Europäischen Unfallberichts. Bei Personenschäden, egal welchen Grades, ist die Polizei hinzuzuziehen.

Als Unfallbeteiligter zählt dabei jeder, der geschädigt wurde oder ursächlich am Unfall beteiligt war. Beispielsweise wäre auch derjenige beteiligt, der einem anderen Fahrzeug die Vorfahrt nimmt, woraufhin dieses wiederum ein weiteres Auto beschädigt. Der Beteiligte muss also nicht zwangsläufig auch geschädigt sein.

Häufiger als im fließenden Verkehr kommt die Unfallflucht im ruhenden Verkehr vor und sorgt für regelmäßige Pressemeldungen der Polizei. Im Gegensatz zur teils verbreiteten Meinung zählt auch ein Parkrempler nicht zu den Kavaliersdelikten und wird nach §142 StGB bestraft. Nach einem Unfall muss eine angemessene Zeit gewartet werden, um den Geschädigten über den Unfall zu informieren. Wie lange eine angemessene Wartezeit dauert ist dabei nicht genau definiert. Auf einem Supermarktparkplatz während der Geschäftszeiten kann diese durchaus auch bis zu einer Stunde betragen, da zu erwarten ist, dass der Geschädigte irgendwann zurückkommen wird. In einer verlassenen Straße bei Nach ist dies im Gegensatz dazu nicht zu erwarten. In diesem Fall ist direkt die Polizei zu kontaktieren, falls möglich durch einen Anruf, ansonsten auf dem schnellsten Weg. Ein Zettel an der Windschutzscheibe reicht nicht, da dieser schließlich weggenommen oder –geweht werden könnte.

Die Höhe der Strafe hängt vom verursachten Schaden ab:
Bis 600€ wird das Verfahren meist gegen Geldauflage eingestellt.
Bis 1300€ wird eine Geldstrafe fällig, zudem drohen 2 Punkte im Verkehrseignungsregister in Flensburg und ein bis zu dreimonatiges Fahrverbot.
Über 1300€ drohen eine Geldstrafe, 3 Punkte im Verkehrseignungsregister in Flensburg, der Entzug der Fahrerlaubnis und eine 6-monatige Sperrfrist für die Neuerteilung der Fahrerlaubnis.

Unter Umständen kann durch eine Selbstanzeige die Strafe gemindert werden. Diese muss allerdings innerhalb von 24h nach dem Unfall geschehen, die Polizei darf zum Zeitpunkt der Selbstanzeige noch nicht ermitteln und es darf sich nur um einen geringen Schaden handeln.

Deshalb unser Tipp, um sich und allen anderen Beteiligten Ärger zu ersparen: geben Sie sich als Unfallbeteiligter zu erkennen und machen Sie gegenüber dem Geschädigten oder der Polizei alle wichtigen Angaben. Oft kann der Schaden ohnehin über die Versicherung reguliert werden. So bekommt der Geschädigte seinen Schaden ersetzt und Sie behalten Ihre Fahrerlaubnis.

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