Verkehrstipp der Woche #45 – Parkscheiben

Parkscheiben

Wenn die Führerscheinprüfung schon einige Zeit zurückliegt, stellt sich immer wieder die Frage, wie die ein oder andere Regel im Straßenverkehr lautet. Deshalb klärt das Team der Fahrschule Eggerl an dieser Stelle wöchentlich über Verkehrsregeln und –Mythen auf. In dieser Woche erklären wir alles rund um die Benutzung von Parkscheiben.

Jeder kennt sie, fast jeder hat eine im Auto: die Parkscheibe. Und doch fragen sich Autofahrer immer wieder, was erlaubt und wie sie zu benutzen ist.

Grundsätzlich kann durch ein entsprechendes Zusatzzeichen das Parken auf einer beschilderten Parkfläche oder innerhalb einer entsprechenden Zone auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt werden. Im Bereich eines eingeschränkten Halteverbots kann es umgekehrt auch für einen gewissen Zeitraum erlaubt werden. Die Ankunftszeit muss dann auf einer Parkscheibe eingestellt werden. Deren Aussehen regelt die StVO und verweist dabei in §13 auf das „Bild 318“:

Parkscheiben, die davon abweichen, müssen nicht anerkannt werden und können dazu führen, dass ein Verwarnungsgeld verhängt wird. Dieses ist dann genauso hoch, als ob man ohne Parkscheibe geparkt hätte. Dies kann der Fall sein bei pinken Parkscheiben oder solchen mit Werbeaufdruck auf der Vorderseite. Nicht erlaubt ist selbstverständlich auch die Benutzung von elektronischen Parkscheiben, die sich während des Parkens selbst nachstellen.

Bei der Einstellung der Ankunftszeit ist der Gesetzgeber großzügig. Es darf immer auf die nächste halbe Stunde aufgerundet werden. Kommt man beispielsweise um 12:04 Uhr an einem Parkplatz an, darf die Parkscheibe also auf 12:30 Uhr eingestellt werden.

Bei Überziehen der erlaubten Zeit droht ein Verwarnungsgeld von bis zu 30 Euro. Bis zu einer halben Stunde überzogener Zeit werden 10 Euro fällig, danach erhöht sich das Verwarnungsgeld sukzessive.

Private Parkplatzbetreiber dürfen eigene Regeln aufstellen und bei Verstößen eine sogenannte Vertragsstrafe verhängen. Regelmäßig wird dies auf Supermarkt- oder Park & Ride-Parkplätzen vollzogen. Die Bedingungen für das Parken auf privaten Parkplätzen werden meist an deren Einfahrt angebracht. Die Sanktionen müssen zwar „angemessen“ sein, überschreiten aber oftmals die Beträge, die auf öffentlichem Grund verhängt werden. Gebühren von über 30 Euro sind dabei keine Seltenheit.

Übrigens: gegen ein Verwarnungsgeld können Sie keinen Einspruch einlegen. Sollten Sie berechtigte Zweifel am vorgeworfenen Verstoß haben, müssen Sie zuerst die Zahlungsfrist verstreichen lassen. Erst gegen den dann folgenden Bußgeldbescheid können Sie Einspruch einlegen. In der Regel sollten Sie das Verwarnungsgeld allerdings einfach zügig überweisen. Da im Bußgeldbescheid zusätzliche Kosten und Gebühren berechnet werden können, wird es damit meist zwangsläufig teurer.

 

Bildquelle: https://www.dvr.de/bilder/stvo/gt/318.png

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